Wer ein Büro betreibt, kommt an der Frage nicht vorbei: Was darf die Reinigung eigentlich kosten? Die Preise für eine professionelle Büroreinigung durch eine Reinigungsfirma schwanken je nach Größe, Ausstattung und Reinigungsintervall deutlich. Wer weiß, wie Anbieter kalkulieren, kann Angebote besser vergleichen und spart am Ende oft mehrere hundert Euro im Monat.
Wie Reinigungsfirmen kalkulieren: Stundensatz und Flächenleistung
Grundlage fast jeder Kalkulation ist der Stundensatz. Professionelle Anbieter verrechnen in Österreich und Deutschland meist 25 bis 40 Euro pro Stunde und Reinigungskraft. Darin stecken Lohn, Lohnnebenkosten, Versicherung, Material, Anfahrt und die Marge des Unternehmens.
Der zweite Faktor ist die Flächenleistung: Eine geübte Reinigungskraft schafft in der laufenden Unterhaltsreinigung etwa 150 bis 250 m² Bürofläche pro Stunde. Offene Flächen mit Hartboden liegen am oberen Ende, verwinkelte Büros mit viel Mobiliar und Teppich am unteren Ende.
Aus beiden Werten ergibt sich der Preis pro Quadratmeter. Zur Orientierung:
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Leistung |
Preis (Richtwert) |
|
Unterhaltsreinigung |
0,15 bis 0,50 € pro m² und Reinigungsdurchgang |
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Unterhaltsreinigung monatlich |
ca. 0,70 bis 3,50 € pro m², je nach Intervall |
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Grundreinigung (einmalig) |
3,00 bis 6,00 € pro m² |
|
Fensterreinigung |
2,00 bis 5,00 € pro m² Glasfläche |
|
Stundensatz |
27 bis 45 € pro Stunde |
Wichtig: Das sind Richtwerte. Der tatsächliche Quadratmeterpreis hängt stark von den Rahmenbedingungen des Objekts ab.
Diese Faktoren bestimmen den Preis
Reinigungsintervall: Je öfter gereinigt wird, desto günstiger wird der einzelne Durchgang. Bei täglicher Reinigung sammelt sich weniger Schmutz an und die Abläufe sind eingespielt. Die monatlichen Gesamtkosten steigen mit der Frequenz natürlich trotzdem.
Bürogröße: Große Flächen drücken den Quadratmeterpreis. Ein Großraumbüro mit 500 m² lässt sich effizienter reinigen als fünf verwinkelte Einzelbüros mit je 20 m², weil Rüstzeiten und Anfahrt auf mehr Fläche verteilt werden.
Ausstattung und Möblierung: Viele Schreibtische, Regale und Technik bedeuten mehr Handarbeit. Freie Flächen sind schneller erledigt.
Bodenbelag: Teppichböden brauchen anderes Equipment und mehr Zeit als Hartböden. Auch das schlägt sich im Preis nieder.
Zusatzleistungen: Sanitärbereiche, Küche, Müllentsorgung, das Auffüllen von Verbrauchsmaterial oder die regelmäßige Fensterreinigung werden oft separat verrechnet. Wer diese Leistungen braucht, sollte sie gleich ins Angebot aufnehmen lassen, statt später draufzuzahlen.
Lage: In Ballungsräumen wie Wien, München oder Zürich liegen die Stundensätze höher als am Land. Dafür ist die Anbieterauswahl größer, was den Wettbewerb ankurbelt.
Beispielrechnung: Büro mit 300 m²
Ein Unternehmen mit 300 m² Bürofläche lässt zweimal pro Woche reinigen. Die Reinigungsfirma kalkuliert mit einer Flächenleistung von 200 m² pro Stunde und einem Stundensatz von 32 Euro.
- Zeitaufwand pro Durchgang: 300 m² ÷ 200 m²/h = 1,5 Stunden
- Kosten pro Durchgang: 1,5 h × 32 € = 48 €
- Durchgänge pro Monat: 2 × 4,33 Wochen = ca. 8,7
- Monatliche Kosten: 48 € × 8,7 = rund 420 €
Umgerechnet sind das etwa 0,16 Euro pro m² und Durchgang bzw. 1,40 Euro pro m² und Monat. Dazu kommen bei Bedarf eine quartalsweise Fensterreinigung (bei 60 m² Glasfläche etwa 150 bis 300 Euro pro Termin) und einmal jährlich eine Grundreinigung von rund 900 bis 1.800 Euro.
Wer nur einmal pro Woche reinigen lässt, halbiert die monatlichen Kosten auf etwa 210 Euro. Bei täglicher Reinigung an fünf Werktagen liegen sie bei rund 1.040 Euro. Die Formel dahinter ist simpel: Fläche geteilt durch Flächenleistung, mal Stundensatz, mal Durchgänge pro Monat.
Stundensatz oder Pauschale: Was ist besser?
Für die regelmäßige Büroreinigung ist eine monatliche Pauschale meist die bessere Wahl. Sie macht die Kosten planbar und der Anbieter trägt das Risiko, wenn einzelne Durchgänge länger dauern. Der reine Stundensatz eignet sich für einmalige Einsätze, Sonderreinigungen oder wenn der Aufwand schwer abschätzbar ist.
Achten Sie bei Pauschalangeboten auf ein Leistungsverzeichnis. Darin steht genau, welche Räume wie oft gereinigt werden und welche Tätigkeiten enthalten sind. Ohne Leistungsverzeichnis lassen sich Angebote nicht seriös vergleichen, weil niemand weiß, ob im günstigeren Angebot vielleicht einfach die Sanitärreinigung fehlt.
So holen Sie das beste Angebot ein
Wer eine professionelle Reinigungsfirma für die Büroreinigung sucht, sollte mindestens zwei bis drei Angebote einholen und dabei immer dieselben Eckdaten nennen: Quadratmeter, Reinigungsintervall, Bodenbeläge, Anzahl der Sanitärräume und gewünschte Zusatzleistungen. Nur so sind die Preise wirklich vergleichbar. Seriöse Anbieter besichtigen das Objekt vor der Angebotslegung oder fragen diese Punkte zumindest detailliert ab.
Vorsicht bei auffällig billigen Angeboten: Liegt der kalkulierte Stundensatz unter 20 Euro, geht sich das mit fairen Löhnen, Versicherung und Material kaum aus. Häufig wird dann an der Reinigungszeit gespart und die Qualität lässt nach wenigen Wochen spürbar nach.
Fazit
Die Kosten für eine Büroreinigung lassen sich mit wenigen Eckdaten selbst berechnen: Fläche geteilt durch Flächenleistung, multipliziert mit Stundensatz und Reinigungsintervall. Für ein durchschnittliches Büro sind 0,70 bis 3,50 Euro pro m² und Monat realistisch, für Grundreinigung und Glasflächen gelten eigene Sätze. Wer die eigene Fläche kennt, ein Leistungsverzeichnis verlangt und mehrere Angebote mit identen Eckdaten vergleicht, erkennt schnell, welcher Preis für das eigene Büro fair ist.
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